Impressionen aus der Schwarmimkerei

Design-Nachschwarm mit geschätzten 10kg und unzähligen Königinnen
Nach 2 Wochen Ferien hat dieser Schwarm hinter dem Fensterladen gebaut
Manchmal hängt der Schwarm optimal ...
... und manchmal versucht der Imker mit Tricks nachzuhelfen: Schwarmfänger
Ich habe mich unter den Blumen versteckt
Schwarmbaum beim Bienenhaus. Hier machen die meisten Zwischenhalt.

 

 

 

Warum Schwarmimkerei?

Über das Schwärmen

Seit Jahrzehnten üben sich die Imker mehr oder minder erfolgreich in der Schwarmverhinderung. «Ein abgeschwärmtes Bienenvolk bringt im laufenden Jahr keine Honigernte mehr» und «Wenn man den Bienenschwarm erwischt, bringt er im laufenden Jahr noch keinen Honig,» sind die häufigsten Argumente für die Schwarmverhinderung. Methoden dazu wurden in der Vergangenheit unzählige erfunden, denn die Imker sind experimentierfreudig. Diese Methoden und Argumente werden seit Imkergenerationen weiter gegeben, ohne dass sie hinterfragt werden. Das Schwärmen der Honigbienen birgt grosse Vorteile, welche durch die wachsende Gier nach Honig und im Zuge einer möglichst effizienten und rationellen Bearbeitung der Bienenvölker in Vergessenheit geraten sind.

Der Schwarm ist die natürliche Vermehrung bei den Honigbienen. Das Bienenvolk teilt sich, die alte, erfahrene Königin zieht mit einem Teil ihres Gefolges aus der angestammten Wohnung aus und sucht sich eine neue Bleibe. Eine ihrer Töchter bleibt mit den Zurückgebliebenen in der angestammten Wohnung und baut ein neues Volk auf.

Was noch hinter der Schwärmerei der Honigbienen steckt, fragt sich die Standardimkerei erst seit jüngster Zeit. Man weiss nicht mehr so recht weiter, sucht Antworten auf die grossen, immer öfter auftretenden Sterbewellen. Es ist klar, dass das Schwärmen diese Sterbewellen nicht verhindern kann, das wäre ja zu schön. Es kann dazu beitragen, dass die Bienen wieder vermehrt in sich selber gestärkt werden.

Doch - beginnen wir ganz von vorne.

Über die Natur des Bienenvolkes als Superorganismus


Das Grundprinzip des Schwärmens erklärte Prof. Jürgen Tautz am 1. Schafisheimer Bienen-Symposium 2007 so: «Im Regelfall stösst ein Bienenvolk ab dem zweiten Lebensjahr jährlich einen oder mehrere Schwärme ab, dies über drei bis fünf Jahre. Dann ist das Muttervolk ausgelaugt und stirbt ab. Der Weiterbestand ist über die Schwärme gesichert.»
Dr. Wolfgang Ritter sagt dazu folgendes: «Bienenschwärme sind gesund für die Bienen, sie lassen beispielsweise Brutkrankheiten hinter sich».
Dr. Ralph Büchler bringt es in einen weiter gefassten Zusammenhang: «Der Bienenschwarm ist die natürlichste Vermehrung bei den Bienen, Schwärmen ist gesund für die Bienen. Standbegattung ist Reinzucht. Es entsteht ein Ökotyp, eine bodenständige, an den Standort angepasste Biene.»
Der Deutsche Bienenzuchtberater Guido Eich bringt es auf den Punkt: «Schwärmen ist gesund für die Bienen, nur gesunde Völker schwärmen!»

... und wir Imker meinen, wir müssten diesen von der Natur entwickelten wichtigen Schutz- und Vermehrungsmechanismus verhindern?!